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| Fahrbericht 2002
Tja, dieses Jahr war es für uns eine unheimlich kurze, dafür aber trotzdem sehr ereignisreiche Rallye. Zunächst mal hatte ich einen neuen Beifahrer, Götz. Zufällige Bekanntschaft aus gemeinsamer Unimog Begeisterung heraus. Keinerlei Rallye-Erfahrung, aber viel Optimismus und Engagement. Nun ja, das brauchte er auch schon beim Prolog - die absolute Tortur des Checkpoints, der auf einer ca. 20 m hohe Anhöhe, bestehend aus losem Geröll und Kohlestaub, platziert war und nur "zu Fuß" erreicht werden konnte. Hat der Teufelskerl doch wirklich einen Teilnehmer bei dieser Aktion überholt... Aber fragt nicht, wie er gekeucht hat, als er wieder da war ;-) Etwas später dann haben wir uns vor der letzten Steilabfahrt in dem "Sumpf" festgefahren. Götz musste raus und ist praktisch bis zum Bauchnabel im Schlamm versunken. So war schon der Prolog echt nicht vom Glück begleitet. Aber das eigentliche Missgeschick passierte dann am Sonntag, bei der ersten Etappe: Bei der letzten Steilabfahrt, die im oberen Drittel eine Art Absatz/Stufe hatte, stellte sich unser Unimog elegant auf die Schnauze, und Newton dachte einen Moment drüber nach, ob er uns gnädig wäre oder nicht. Hmm. Leider entschied er sich nicht für ersteres und schickte uns samt unserem Mog über das Dach und die Fahrerseite rund 8 m talwärts, wo wir nach einem wirklich ästhetisch schönen und akrobatischen Überschlag auf den Rädern wieder landeten. Wer's nicht gesehen hat, hat wirklich was verpasst. Aber kein Problem: Ihr könnt das ca. 21 Sekunden lange Drama einfach DOWNLOADEN! Mein erster Griff war dann der zum Handy: Charly Alfers anrufen, der dieses Jahr selbst ein Team mit 2 Unimogs hatte starten lassen. "Charly, ich glaube mein Mog muss jetzt zu Dir nach Cloppenburg, wir hatten einen Überschlag!" Charly: "Kein Problem mein Junge. Läuft er noch? Wir brauchen Deinen Motor...." Tja, die reichlich frisierten Turbo-Maschinen seiner 1300-er Unimogs hatten beide aufgegeben - Kolbenfresser. Dann kam der auch beim Truck-Trial so beliebte typische Charly-Alfers-Service-Einsatz: Man rief einen lokalen Abschleppwagen mit Kran, beurlaubte den Fahrer und baute innerhalb 4 Stunden zwei Unimog-Maschinen aus und die meine dann in das Auto von Wolfgang wieder ein. 2 weitere Stunden später fuhr er dann auch schon wieder. Meine verbeulte und gefledderte Kiste wurde gleich auf einen Tieflader verfrachtet und noch in der Nacht starteten wir gen Heimat. Allerdings nicht, ohne das vorher noch das Pinzgauer Team aus Berlin, welches sich schon am Morgen an eben jenem Hang auch überschlagen hatte, einen unserer Hosenträger-Gurte ausgeliehen hat, weil denen dabei wohl einer kaputt gegangen war. Nun, so haben wir wenigstens ein paar mal den St. Bernhard gegeben... Und: Unser Motor hat in der Marathon-Etappe die beste LKW-Zeit abgeliefert und das Auto vom Alfers immerhin noch auf den 4. Platz "katapultiert"... Und darüber können wir uns denn doch uneingeschränkt freuen! Glückwunsch, liebes Alfers Team - Eure Schraub- und Fahrkünste sind einwandfrei! Tja, nun sind wir etwas unruhig und würden gerne gleich wieder irgendwas dummes anstellen mit unserem Mog - aber erstens dauert die Reparatur noch ein Weilchen und außerdem: WAS macht denn schon außer der Berlin-Breslau-Rallye richtig Spaß und ist nicht so teuer? Tja liebe Leute, so kann es einem ergehen. WIR sind nicht kleinzugriegen. Und werden im nächsten Jahr sicher wieder mit dabei sein. Vielleicht dürfen wir dann ja gleich im Alfers-Team mitreiten.
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